Dieser Leserbrief von uns wurde in den Westfälischen Nachrichten am 05.12.2017 veröffentlicht. Da nicht jeder Zugriff auf die WN hat, hier der Wortlaut:

Als Sportabteilung mit bald über 300 Mitgliedern verfolgen wir die Diskussionen natürlich sehr genau. Mit Segelbooten sind wir vom Wind abhängig und der Zugang zum See muss passen. Wenn nun weitere Gebäude gebaut werden kann das die Windverhältnisse so sehr stören, dass unser Sport hier nicht mehr auszuüben ist. Mit etwas mehr Tourismus werden wir uns arrangieren können, ich denke die Boote auf dem Wasser sind auch ein Hingucker. Zuschauer sind immer gerne gesehen.

Was mir persönlich schwer im Magen liegt ist die Tatsache, dass der Segelverein offensichtlich als Anrainer nicht voll einbezogen wird. Um unsere Position einmal klar zu stellen: Seit 40 Jahren investiert der Verein in den See und die Umgebung. Schon in der Planungsphase des „Freizeitzentrums Dreiländersee“ wurde die Wassersportabteilung gegründet. Wir sind ein maßgeblicher Auslöser für Aktionen wie das Lichterfest. Aktuell haben wir mit Marco Jensch einen Sportler in der Landesklasse, der bei uns entdeckt wurde, und auch hier trainiert. Unsere Saison am See ziehen wir so lang wie möglich, sind praktisch jede Woche da. Unsere Schnuppersegleaktionen sorgen immer wieder für Zulauf am See. Im Winter stecken wir viel Energie in das Gelände, um es zu verschönern. Jedes Jahr bilden wir auf dem See neue Segler aus, die auch hier ihre praktische Prüfung ablegen.

Unsere Jugendabteilung hat sogar vom Landesverband den Preis „Jugendabteilung des Jahres“ bekommen. Hervorgehoben wurden da die Aktionen außerhalb der Saison, die auch am See stattfinden. Noch letzte Woche wurde auf dem See trainiert, und immer finden sich ein paar Mitglieder, die ganzjährig trainieren. Auch Partnerschaften mit externen Vereinen nutzen mit uns zusammen den See als Trainingsgebiet. In der 8 Seen Gemeinschaft hat das Revier einen sehr guten Ruf, aktuell ist es ein herausforderndes Gewässer. Wir lassen keine Gelegenheit aus den Drilander positiv darzustellen, selbst die Wiki Seite ist von uns angelegt worden.

Aber all das scheint vor den finanziellen Interessen der „richtigen“ Anrainer zu verblassen. Mein empfinden ist es, dass die Gastronomie uns eher als Hindernis denn als Bereicherung wahrnimmt. In keiner der Diskussionen sehe ich etwas von unserem Verein, dessen Existenz mit dem See Hand in Hand geht. Bisher hatte ich immer das Gefühl mit der lokalen Gastronomie eine Art Symbiose zu bilden. Wir sorgen ein wenig für Zulauf, von dem auch die Anlieger profitieren. Aktuell fühlt sich das anders an.

Frank Weichert

Wassersportabteilung

SV Vorwärts Gronau